Fortan nennt er sich nach dem Etikett im Kragen seines Anzugs: Carl Gross.
Gleichzeitig werden mehrere Bewohner einer nahe gelegen Hippie-Kommune von einem Amok-Läufer ermordet. Dieser, auf frischer Tat ertappt und von einer lückenlosen Beweiskette überführt, behauptet beharrlich, unschuldig zu sein. Ärgerlich für die diensthabenden Polizisten, die den Fall schnell abschließen möchten, um zu ihrer gewohnt gemütlichen Büroroutine zurückzukehren.
Dann taucht da noch eine geheimnisvolle platinblonde Amerikanerin auf, Vertreterin eines Kosmetikkonzerns, die Carl bei sich aufnimmt und ihn bei der Suche nach seinem wahren Ich unterstützt. Doch in Carl keimt ein böser Verdacht auf.
Eines Tages entdeckt Carl in den Straßen der Stadt, in der die Geschichte ihren Anfang nimmt, einen alten Mercedes und erkennt diesen als sein Auto. Als er einsteigt, öffnet sich für ihn ein kleines Fenster zu seinem alten Leben.
Sand ist ein gut gewählter Titel. Ist er doch ein Symbol für das Zerrinnen der Gedanken und Erinnerungen, die man festhalten will. Und auch ein Synonym für die Weite und Unendlichkeit der Welt, in der ein Mensch verschwinden kann, sich darin verlieren, aber auch zurückziehen.
Während also in München Palästinenser des „Schwarzen September“ das Olympische Dorf überfallen, geschehen in der Sahara mysteriöse Dinge.
Herrendorf, ausgezeichnet mit dem Deutschen Jugendliteraturpreis, hat hier einen spannenden und philosophischen Roman von besonderer literarischer Qualität geschaffen. |