Er hat, wie der Autor, einen pakistanischen
Vater und eine englische Mutter.
Das der Mensch von Natur aus verrückt ist, weiß Jamal
nur zu gut, schließlich erlebt er dies täglich in seiner
Praxis und bei seinen Mitmenschen. Bei seinem Freund Henry zum Beispiel,
einem Theaterregisseur, der sich im Scheidungskrieg mit seiner Frau
befindet. Oder seine innerlich zerrissene Schwester mit ihrem Taxi
fahrendem Faktotum. Jamal ist die Mitte, um die alle kreisen, bei
dem alle Rat suchen.
Auch Jamal hat ein gut gehütetes Geheimnis, einen Vorfall aus
den Siebziger Jahren, von dem nur seine frühere Freundin Ajita
weiß. Und Wolf, Freund und Mentor des jungen Jamal, der aber
seit vielen Jahren untergetaucht ist.
Jamal kann diesen „Unfall“ nicht ganz vergessen. Sein
inzwischen erlernter Beruf des Analytikers hilft ihm ein wenig weiter
bei der Bewertung seiner „Jugendsünde“, bei der
ein Mensch ums Leben kam.
Jamal steht inzwischen mit beiden Beinen im Leben, als ihn die Vergangenheit
schließlich einholt, als alte Bekannte wieder auftauchen,
wirft ihn das nicht mehr aus der Bahn. Er kann der Wahrheit ins
Auge sehen, denn auch alle anderen sind inzwischen älter geworden
und wissen um die Aufgabe, ein Mensch zu sein.
Das Buch ist ein Streifzug durch die Seele des Menschen, sinnlich
und traurig, aber auch spannend und komisch. Kureishis Sprache berührt
einen vom ersten bis zum letzten Satz, ich habe viele Kapitel noch
einmal gelesen, und es ungern weggelegt. Und zu guter letzt ist
das Buch natürlich auch eine grandiose Hommage an LONDON.
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